Sonntag, 19. April 2026

DIS-Einblicke - 🧩 Teil 9

Namen sagen ist schwer

🧩 DIS-Einblicke  

Ein kurzer Blick in meinen Alltag mit DIS. Beim Schreiben merke ich oft erst, wie es eigentlich ist.

Was Menschen ohne DIS oft nicht wissen…

🧩 Eigene Namen oder Ich-Sätze können schwierig sein.

Vielleicht sagst du ganz selbstverständlich: „Ich bin …“
Ohne darüber nachzudenken.
Für mich ist das nicht immer so einfach.
Manchmal fühlt sich ein „Ich“ nicht eindeutig an.
Oder der Name passt gerade nicht zu dem, der vorne ist.
Es gibt Anteile, die ihren Namen nicht mögen.
Oder gar nicht angesprochen werden möchten.
Oder die keinen Namen haben.

Identität ist nicht immer eindeutig – und darf respektiert werden.


🧩 Wie es sich anfühlen kann


Ich sitze beim Arzt.
Alles ist ruhig, bis die Frage kommt:
„Wie heißen Sie?“
Für einen Moment wird es innen unruhig.
Nicht laut – eher ein kurzes Innehalten.
Wer ist gerade vorne?
Welcher Name passt jetzt?
Ich zögere.
Sekunden, die sich länger anfühlen.
„Hedda-Marie“, sage ich schließlich.
Der Name steht im Raum.
Er stimmt – und gleichzeitig fühlt er sich fremd an.
Als hätte ich ihn ausgeliehen.
Als würde er gerade nicht ganz zu mir gehören.
Ich lächle kurz.
Und innen sortiert es sich langsam wieder.

🧩 Eine Anmerkung dazu

Wenn ich also zögere, meinen Namen zu sagen, dann fehlt mir nicht die Antwort – sondern manchmal die Eindeutigkeit, wer gerade antwortet.

🧩

Dieser Beitrag gehört zur Reihe DIS-Einblicke und beschreibt meinen Alltag mit dissoziativer Identitätsstörung

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