Entscheidungen brauchen Abstimmung
🧩 DIS-Einblicke
Ein kurzer Blick in meinen Alltag mit DIS. Beim Schreiben merke ich oft erst, wie es eigentlich ist.
Was Menschen ohne DIS oft nicht wissen…
🧠 Entscheidungen sind Teamsache.
Vielleicht kennst du das: Du stehst morgens auf und entscheidest einfach, was du anziehst oder isst.
Ohne groß darüber nachzudenken.
Bei mir ist das oft anders.
Selbst kleine Entscheidungen sind manchmal wie eine innere Besprechung.
Was ziehe ich an?
Was esse ich?
Was sage ich – und wie?
Innen melden sich unterschiedliche Stimmen, Bedürfnisse, Gefühle.
Nicht laut wie im Film – eher leise, gleichzeitig, manchmal widersprüchlich.
Was von außen einfach wirkt, ist innen oft ein Aushandeln.
Alltagssituation
Die Tür ist offen, aber ich greife nach nichts.
Jeans fühlt sich richtig an.
Nein – doch lieber den Rock. 🫣
Oder etwas, das gar nicht auffällt.
Ich merke, wie es innen hin und her geht.
Nicht hektisch – aber deutlich.
„Okay …“, sage ich leise. „Was brauchen wir heute?“
Ein Teil will sich sicher fühlen.
Ein anderer ein bisschen sichtbar sein.
Ich atme kurz durch.
„Wie wäre es mit der schwarzen Hose?“
Einen Moment lang ist es still.
Dann fühlt es sich stimmig an.
Kein perfekter Plan – aber ein guter Kompromiss.
Ich ziehe mich an.
Und kann losgehen. Meistens.
Oder zweimal. Ohne es zu merken.
Weil nicht alle gehört werden konnten.
Weil noch jemand fehlt, der auch gesehen werden möchte.
🧩 Eine Anmerkung dazu
Manchmal bedeutet eine Entscheidung für mich nicht, mich festzulegen – sondern so lange zuzuhören, bis es für möglichst viele innen passt.
Wenn du mich also zögern siehst: Vielleicht treffe ich nicht keine Entscheidung – sondern gerade mehrere gleichzeitig.
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Dieser Beitrag gehört zur Reihe DIS-Einblicke und beschreibt meinen Alltag mit dissoziativer Identitätsstörung
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