Frühjahrsputzerin Emma zieht ein
Ich hätte es am Glanz erkennen können.Die Schublade…
glänzte.
Nicht so ein „aus Versehen sauber“-Glanz, sondern so ein…
bedrohlich motivierter Glanz.
Ich zog sie auf.
Und da stand sie.
Mit Gummihandschuhen, einem strengen Dutt und einem Blick, der selbst den inneren Kritiker nervös gemacht hätte.
Ich zog sie auf.
Und da stand sie.
Mit Gummihandschuhen, einem strengen Dutt und einem Blick, der selbst den inneren Kritiker nervös gemacht hätte.
Emma.
„Guten Tag“, sagte sie und nickte mir kurz zu. „Ich habe übernommen.“
Die Hoffnung saß geschniegelt (Ich habe ein Déjà-vu 😂.) in einer Ecke. „Sie ist seit 6 Uhr hier“, flüsterte sie.
Die Ungeduld zitterte. „SEIT SECHS!“
Der Zweifel blätterte hektisch. „Das ist zu viel.“
Die Müdigkeit war… weg.
Ich wiederhole:
weg.
Ich sah Emma an. „Was genau machst du hier?“
Sie hob eine Augenbraue. „Frühjahrsputz.“
Sie klatschte in die Hände. „Alle raus!“
Chaos.
Die Gefühle stolperten durcheinander.
Die Ungeduld: „ICH WAR DOCH GERADE NOCH—“
„RAUS“, sagte Emma ruhig.
Die Hoffnung wurde vorsichtig auf den Tresen gesetzt.
Der Zweifel bekam ein Etikett: „Bitte später sortieren“.
Die Angst wurde kurz gemustert. „Du bleibst. Sicherheitsrelevant.“
Ich war beeindruckt - und ein bisschen eingeschüchtert.
Emma wischte.
Sortierte.
Ordnete.
Die Gummibänder nach Farbe.
Die Büroklammern nach Funktion (ich wusste nicht mal, dass die Funktionen haben).
Der Holzpfannenwender wurde getrocknet,
poliert und bekam einen festen Parkplatz.
„So“, sagte sie irgendwann. „Das Grundchaos ist entfernt.“
Ich blickte in die Schublade.
Es sah…
gut aus.
Sehr gut sogar. Fast zu gut.
Die Hoffnung trat vorsichtig wieder rein. „Oh… hübsch.“
Der Zweifel: „Hält nicht lange.“
Die Ungeduld: „UND JETZT?!“
Emma drehte sich zu mir. „Jetzt liegt es an dir.“
Ich schluckte. „Oh.“
Sie zog die Handschuhe aus, legte sie ordentlich zusammen und stellte sich in die Schublade.
„Ich bleibe vorerst“, sagte sie. „Zur Stabilisierung.“
Die Müdigkeit kroch langsam wieder rein.
„Ich hab Angst vor ihr“, murmelte sie.
Die Hoffnung setzte sich auf ihren Platz.
Ganz gerade.
Ich schob die Schublade langsam zu.
Drinnen war es sauber.
Ordentlich.
Kontrolliert.
…für ungefähr zwei Minuten.
Dann hörte ich:
„Ähm… wo darf ich eigentlich liegen?“ (Müdigkeit)
„Das passt hier nicht.“ (Zweifel)
„KÖNNEN WIR BITTE WIEDER NORMAL SEIN?!“ (Ungeduld)
Kurze Pause.
Dann Emma: „…Wir machen einen neuen Plan.“
Ich lehnte mich an die Küchenzeile
und grinste.
Vielleicht…
ist ein bisschen Chaos gar nicht das Problem.
Sondern nur…
wie oft Emma kommt. 😄
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