Montag, 21. September 2026

Alltagstipps 🧩 kleine Hilfen für das Leben mit DIS

 🧩 Alltagstipp 1: Drei Dinge reichen


Manchmal beginnt mein Tag schon mit zu viel.

Wäsche. Einkaufen. Eine Mail beantworten. Küche aufräumen. Blog. Irgendetwas erledigen, das ich seit Tagen vor mir herschiebe. Und während ich noch darüber nachdenke, womit ich anfangen soll, bin ich eigentlich schon erschöpft.

Bei DIS kann das noch komplizierter werden. Was für mich gerade wichtig ist, muss sich innen längst nicht für alle gleich wichtig anfühlen. Dazu kommen Konzentrationsprobleme, innere Unruhe, Zeitverlust oder schlicht ein Tag, an dem weniger geht.

Sonntag, 20. September 2026

Darf man hier eigentlich stolz sein?

Ich zog die Küchenschublade auf.
Da stand jemand.
Kerzengerade.
Brust raus.
Kinn hoch.
Und wartete.
Ich wartete auch.

Nach einer Weile räusperte er sich.
„Na?“
„Was?“
„Fällt dir nichts auf?“
Ich schaute genauer hin.
„Du bist neu?“

Freitag, 18. September 2026

Ein Platz am Tisch

Heute steht ein zusätzlicher Teller auf meinem Küchentisch.
Ich habe ihn nicht hingestellt.
Langsam wird mir das hier unheimlich.
„Wer war das?“
Die Freude hebt beide Hände.
„Ich!“
Natürlich. Wer sonst.
„Warum?“
„Wir bekommen Besuch.“
Ich sehe auf den Teller.
„Wer kommt?“
„Jemand Neues.“
Oh.
In der Küchenschublade wird es schlagartig unruhig.

Die Neugier ist als Erste draußen.

Mittwoch, 16. September 2026

Zusammenarbeit bedeutet nicht Einigkeit

DIS-Einblicke 🧩-Teil 32

Ein kurzer Blick in meinen Alltag mit DIS.

Beim Schreiben merke ich oft erst, wie es eigentlich ist.


🧩 Ein kleiner Gedanke vorweg

In den letzten beiden DIS-Einblicken ging es erst um Wissen und Erinnern und anschließend darum, dass innere Kommunikation nicht immer ein Gespräch sein muss.

Aber was passiert eigentlich, wenn Kommunikation gelingt?

Dann sind natürlich alle einer Meinung, wir fassen gemeinsam einen Beschluss und leben fortan harmonisch miteinander.

Ähm. Nein. 😂

Sonntag, 13. September 2026

Ein kleines bisschen leichter

 Gefühle in der Küchenschublade

Ich zog die Küchenschublade auf.

„Puuuuuuuh.“

Ich schaute hinein. „Was war das?“

Wieder: „Puuuuuuuh.“

Mitten in der Schublade lag jemand.
Nicht saß.

Lag.

Alle viere von sich gestreckt, zwischen Gummibändern, Taschentüchern und dem mysteriösen Löffel.

Die Erleichterung.

Freitag, 11. September 2026

Der leere Stuhl (oder) Als jemand nach Hause ging

Heute Morgen steht ein Stuhl in meiner Küche.


Ein leerer Stuhl.


Ich bin mir ziemlich sicher, dass er gestern noch nicht da stand.


„Wer war das?“, frage ich.


Niemand antwortet.


Das ist verdächtig. Normalerweise hat hier jeder zu allem eine Meinung. Selbst zu Dingen, nach denen überhaupt niemand gefragt hat.


Ich sehe in die Küchenschublade.


Die Traurigkeit sitzt ganz vorne. Die Sehnsucht neben ihr. Die Wut lehnt mit verschränkten Armen an der Seite. Die Kontrolle blättert hektisch durch irgendwelche Unterlagen und die Schuld hat diesen Gesichtsausdruck, bei dem ich schon weiß, dass sie gleich mit einem „Hättest du mal …“ um die Ecke kommen wird.


Nur die Liebe sitzt still da.

Mittwoch, 9. September 2026

Innere Kommunikation ist nicht immer ein Gespräch

 DIS-Einblicke 🧩-Teil 31

Ein kurzer Blick in meinen Alltag mit DIS.
Beim Schreiben merke ich oft erst, wie es eigentlich ist.

🧩 Ein kleiner Gedanke vorweg

Im letzten DIS-Einblick ging es darum, dass Wissen und Erinnern für mich nicht immer dasselbe sind.

Ich kann etwas wissen, ohne mich daran zu erinnern.

Aber wie kommt dieses Wissen eigentlich bei mir an?

Wenn ich von innerer Kommunikation schreibe, könnte leicht der Eindruck entstehen, wir würden uns innen alle zusammensetzen, miteinander reden und anschließend ein Protokoll schreiben.

Ach deshalb! - Oder doch nicht?

  DIS-Einblicke 🧩-Teil 35 Ach deshalb! – Oder doch nicht? Ein kurzer Blick in meinen Alltag mit DIS. Beim Schreiben merke ich oft erst, ...