Mittwoch, 25. Februar 2026

DIS-Einblicke – 🧩 Teil 3: Wenn innere Anteile unterschiedliche Altersgefühle haben

Viele Menschen können sich schwer vorstellen, wie es ist, mit einer Dissoziativen Identitätsstruktur (DIS) zu leben. Ein Aspekt, der oft missverstanden wird, sind die unterschiedlichen Altersgefühle innerer Anteile.

Dabei geht es nicht darum, dass eine erwachsene Person „wirklich wieder ein Kind wird“. Vielmehr tragen verschiedene innere Anteile unterschiedliche Gefühle, Erinnerungen und Bedürfnisse – und diese können sich manchmal wie verschiedene Altersstufen anfühlen.

👶👩‍🦰 Verschiedene Altersgefühle im Inneren

In einem DIS-System können innere Anteile ganz unterschiedlich erlebt werden.

Einige fühlen sich klar erwachsen. Sie organisieren

den Alltag, treffen Entscheidungen und kümmern sich um praktische Dinge.

Andere tragen eher kindliche Bedürfnisse. Sie möchten vielleicht spielen, malen, kuscheln oder sich verstecken, wenn etwas zu viel wird.

Wieder andere halten starke Emotionen – etwa Wut, Angst oder tiefe Traurigkeit. Manche bleiben sehr still und ziehen sich nach innen zurück.

So können im gleichen Körper sehr unterschiedliche Innenwelten existieren.

Für Außenstehende wirkt das manchmal widersprüchlich oder verwirrend. Doch für Menschen mit DIS ist dieses innere System kein Zeichen von Unreife.

Es ist ein Schutzsystem der Psyche, das entstanden ist, um mit überwältigenden Erfahrungen umgehen zu können.

Viele Anteile haben bestimmte Aufgaben:

➡️ Sie bewahren Erinnerungen

➡️ Sie schützen vor Gefühlen

➡️ übernehmen Verantwortung

➡️ versuchen, Sicherheit herzustellen.

Geschichte zur Veranschaulichung:

🧩 Eine kleine Alltagsszene

Ilka stand an der Ampel.
Plötzlich spürte sie Panik.
Nicht wie gewöhnliche Nervosität – eher klein, hilflos.
Ein Kinder-Anteil war nach vorn gekommen.
Die Straße wirkte plötzlich riesig.
Autos rauschten vorbei.
Alles fühlte sich zu laut, zu schnell, zu groß an.
Leise sagte sie zu sich selbst:
„Ich bin da. Ich pass auf.“
Sie trat einen Schritt zurück und atmete langsam ein und aus.
Nach ein paar Momenten wurde es ruhiger.
Ein stabilerer, erwachsener Anteil übernahm wieder mehr.
Die Ampel sprang von Rot auf Grün.
Und Ilka ging über die Straße.

✨ Vielleicht hilft dieser Einblick, ein bisschen besser zu verstehen:

Menschen mit DIS erleben die Welt nicht immer aus demselben inneren Zustand heraus. Unterschiedliche Anteile können unterschiedliche Gefühle, Bedürfnisse und Perspektiven mitbringen.
Und genau deshalb ist Selbstmitgefühl, Geduld und innere Kommunikation so wichtig.

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