Erinnerung ist etwas, das viele Menschen als selbstverständlich erleben.
Man erinnert sich an Gespräche.
An Wege.
An Tage.
Vielleicht nicht an alles – aber an genug, um ein Gefühl von Zusammenhang zu haben.
Bei DIS kann genau das anders sein.
Erinnerung ist nicht immer
zuverlässig.Es kann passieren,
dass Gespräche fehlen.
Dass ein Einkauf nicht mehr präsent ist.
Oder dass ein ganzer Tag nur wie ein leerer Raum wirkt.
Was viele nicht wissen:
Bei DIS gibt es oft Amnesien – also Erinnerungslücken.
Das bedeutet nicht, dass nichts passiert ist.
Sondern dass nicht alles für alle zugänglich ist.
Manche Anteile wissen etwas.
Andere nicht.
Manche erinnern sich.
Andere stehen davor wie vor einer verschlossenen Tür.
Das kann zu Sätzen führen wie:
„Ich war’s nicht.“
Und dieser Satz wird oft missverstanden.
Er ist keine Ausrede.
Keine Vermeidung.
Kein „sich herausreden“.
Sondern eine ehrliche Beschreibung dessen,
was in diesem Moment erlebbar ist.
Für Außenstehende kann das verwirrend sein.
Weil von außen alles zusammenhängend wirkt.
Während innen Lücken entstehen können.
Für das eigene Erleben kann es ebenso herausfordernd sein.
Weil Orientierung fehlt.
Weil Dinge plötzlich da sind, ohne Erinnerung daran.
Oder weil Zeit anders erlebt wird.
Und gleichzeitig ist auch das ein Teil des Systems.
Eine Form, mit Erfahrungen umzugehen,
die nicht für alle gleichzeitig tragbar sind.
Vielleicht geht es auch hier nicht darum, alles sofort zu verstehen.
Sondern darum, anzuerkennen,
dass Erinnerung unterschiedlich funktionieren kann.
Ein weiterer Einblick.
In etwas, das oft unsichtbar bleibt.
Und doch so viel Einfluss auf den Alltag hat.
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