Nähe ist kompliziert
🧩 DIS-Einblicke
Ein kurzer Blick in meinen Alltag mit DIS.
Beim Schreiben merke ich oft erst, wie es eigentlich ist.
🧩 Was Menschen ohne DIS oft nicht wissen…
❤️ Nähe kann sich gleichzeitig schön und gefährlich anfühlen.
Vielleicht wünsche ich mir Nähe –
und ziehe mich im nächsten Moment trotzdem zurück.
Das ist nicht gespielt.
Und auch kein „Hin und Her“, um andere zu verletzen.
Bei DIS reagieren unterschiedliche Anteile oft unterschiedlich auf Nähe.
Ein Teil möchte Vertrauen, Wärme, Verbundenheit.
Ein anderer hat gelernt, vorsichtig zu sein.
Deshalb kann selbst liebevolle Nähe innen Stress auslösen.
Vertrauen muss innen wie außen wachsen.
🧩 Wie es sich anfühlen kann
Ein lieber Mensch nimmt meine Hand.
Ein Teil in mir möchte genau das.
Bleiben. Nähe spüren. Sich sicher fühlen.
Und gleichzeitig wird innen plötzlich alles eng.
Mein Körper erstarrt.
Die Gefühle kippen zu schnell.
Da sind Tränen, obwohl eigentlich nichts Schlimmes passiert ist.
Ein jüngerer Anteil fühlt sich überfordert.
Vielleicht erinnert sich etwas innen an Angst, obwohl das Hier und Jetzt sicher ist.
Später schreibe ich:
„Ich wollte es. Aber ein anderer Teil konnte nicht.“
Und genau das beschreibt es oft am besten.
🧩 Ein Gedanke dazu
Wenn Menschen mit DIS widersprüchlich auf Nähe reagieren, bedeutet das nicht automatisch Ablehnung.
Manchmal treffen in einem Moment einfach unterschiedliche Erfahrungen, Schutzmechanismen und Bedürfnisse gleichzeitig aufeinander.
🧩
Dieser Beitrag gehört zur Reihe DIS-Einblicke und beschreibt meinen Alltag mit dissoziativer Identitätsstörung.
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