Schreibwerk - Die Gefühle in der Küchenschublade
Die Gelassenheit zieht ein
Ich zog die Schublade auf.Nichts passierte.
Ich wartete.
Immer noch nichts.
Das machte mich misstrauisch.
Ich wartete.
Immer noch nichts.
Das machte mich misstrauisch.
Normalerweise diskutierte der Zweifel bereits mit der Hoffnung, die Ungeduld rannte Kreise und die Prokrastination verschob wichtige Entscheidungen auf morgen.
Heute?
Ruhe.
„Hallo?“
Keine Antwort.
Ich beugte mich näher über die Schublade.
Und da sah ich sie.
Ruhe.
„Hallo?“
Keine Antwort.
Ich beugte mich näher über die Schublade.
Und da sah ich sie.
Die Gelassenheit.
Sie saß mitten zwischen allen.
Mit einer Tasse Tee.
Woher die Tasse kam, wusste niemand.
Die Schublade wusste es wahrscheinlich selbst nicht.
„Ach da bist du“, sagte sie.
„Seit wann bist du hier?“
„Seit wann bist du hier?“
Sie nahm einen Schluck Tee.
„Schon eine Weile.“
„Schon eine Weile.“
Der Zweifel runzelte die Stirn. „Warum hat niemand etwas gesagt?“
Die Gelassenheit lächelte. „War nicht nötig.“
Die Ungeduld sprang auf. „WAS MACHST DU DENN HIER?“
„Sitzen.“
„UND SONST?“
„Sitzen.“
Die Gelassenheit lächelte. „War nicht nötig.“
Die Ungeduld sprang auf. „WAS MACHST DU DENN HIER?“
„Sitzen.“
„UND SONST?“
„Sitzen.“
Die Ungeduld sah aus, als würde sie gleich explodieren.
Die Gelassenheit bot ihr Tee an.
Die Ungeduld wurde noch wütender.
Die Hoffnung setzte sich dazu. „Ich mag sie.“
„Das überrascht niemanden“, murmelte der Zweifel.
Die Prokrastination hob kurz den Kopf. „Kann ich mich zu ihr legen?“
„Natürlich.“
Sie rückte ein Stück.
„Das überrascht niemanden“, murmelte der Zweifel.
Die Prokrastination hob kurz den Kopf. „Kann ich mich zu ihr legen?“
„Natürlich.“
Sie rückte ein Stück.
Der Perfektionismus kam vorbei, sah ein schiefes Gummiband und wollte gerade eingreifen.
Die Gelassenheit betrachtete das Gummiband.
Dann den Perfektionismus.
Dann wieder das Gummiband. „Es erfüllt seinen Zweck.“
Der Perfektionismus wirkte körperlich angegriffen.
„Aber es ist schief.“
„Ja.“
„Und?“
„Es ist trotzdem ein Gummiband.“
Die Gelassenheit betrachtete das Gummiband.
Dann den Perfektionismus.
Dann wieder das Gummiband. „Es erfüllt seinen Zweck.“
Der Perfektionismus wirkte körperlich angegriffen.
„Aber es ist schief.“
„Ja.“
„Und?“
„Es ist trotzdem ein Gummiband.“
Stille.
Absolute Stille.
Absolute Stille.
Ich glaube, in diesem Moment hat der Perfektionismus kurz überlegt auszuziehen.
Die Scham lugte vorsichtig hinter den Taschentüchern hervor. „Darf ich hier sitzen?“
„Klar“, sagte die Gelassenheit.
„Auch wenn ich komisch bin?“
„Du bist nicht komisch.“
„Auch wenn ich mich komisch fühle?“
„Das kommt vor.“
Die Scham setzte sich.
Ein kleines Stück näher.
„Klar“, sagte die Gelassenheit.
„Auch wenn ich komisch bin?“
„Du bist nicht komisch.“
„Auch wenn ich mich komisch fühle?“
„Das kommt vor.“
Die Scham setzte sich.
Ein kleines Stück näher.
Die Angst beobachtete das Ganze misstrauisch. „Und was, wenn etwas schiefgeht?“
Die Gelassenheit nickte. „Dann geht etwas schief.“
„Das macht dir keine Sorgen?“
„Doch.“
„Und?“
Sie nahm einen Schluck Tee. „Dann habe ich Sorgen.“
Die Angst starrte sie an.
Der Zweifel starrte sie an.
Die Hoffnung strahlte.
Die Ungeduld trommelte mit den Fingern. „Das kann doch nicht alles sein!“
Die Gelassenheit dachte kurz nach. „Doch.“
Die Ungeduld fiel fast vom Holzpfannenwender.
Die Gelassenheit nickte. „Dann geht etwas schief.“
„Das macht dir keine Sorgen?“
„Doch.“
„Und?“
Sie nahm einen Schluck Tee. „Dann habe ich Sorgen.“
Die Angst starrte sie an.
Der Zweifel starrte sie an.
Die Hoffnung strahlte.
Die Ungeduld trommelte mit den Fingern. „Das kann doch nicht alles sein!“
Die Gelassenheit dachte kurz nach. „Doch.“
Die Ungeduld fiel fast vom Holzpfannenwender.
Ich musste lachen.
Nicht laut.
Nur so ein kleines Schnauben.
Nicht laut.
Nur so ein kleines Schnauben.
Die Gelassenheit sah zu mir hoch.
„Siehst du.“
„Was?“
„Es muss nicht immer gelöst werden.“
Ich schaute in die Schublade.
Der Zweifel zweifelte noch.
Die Hoffnung hoffte noch.
Die Prokrastination prokrastinierte weiterhin.
Die Scham war schüchtern.
Und die Angst vorsichtig.
„Siehst du.“
„Was?“
„Es muss nicht immer gelöst werden.“
Ich schaute in die Schublade.
Der Zweifel zweifelte noch.
Die Hoffnung hoffte noch.
Die Prokrastination prokrastinierte weiterhin.
Die Scham war schüchtern.
Und die Angst vorsichtig.
Nichts war verschwunden.
Nichts repariert.
Nichts perfekt.
Nichts repariert.
Nichts perfekt.
Aber irgendwie... war es okay.
Ich schob die Schublade langsam zu.
Aus dem Inneren hörte ich die Ungeduld rufen: „ICH VERSTEHE DAS IMMER NOCH NICHT!“
Und die Gelassenheit antwortete: „Musst du auch nicht.“
Aus dem Inneren hörte ich die Ungeduld rufen: „ICH VERSTEHE DAS IMMER NOCH NICHT!“
Und die Gelassenheit antwortete: „Musst du auch nicht.“
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