Mittwoch, 5. August 2026

Liebe und DIS – das geht

 DIS-Einblicke 🧩-Teil 26

Liebe und DIS – das geht

Ein kurzer Blick in meinen Alltag mit DIS.
Beim Schreiben merke ich oft erst, wie es eigentlich ist.

Was Menschen ohne DIS oft nicht wissen …

Menschen mit DIS können lieben – und geliebt werden.

Manchmal höre ich die Frage, ob eine Beziehung mit DIS überhaupt funktionieren kann.
Meine Antwort lautet: Ja.
Vielleicht braucht sie mehr Geduld. Mehr Gespräche. Mehr Verständnis füreinander.
Aber Liebe wird nicht unmöglich, nur weil ein Mensch eine Dissoziative Identitätsstörung hat.
Sie sieht manchmal einfach etwas anders aus.

Wie es sich anfühlen kann

Gaby deckte den Tisch.
Hedda setzte sich dazu.
„Sechs Jahre“, sagte Gaby lächelnd.
„Eigentlich wir“, antwortete Hedda.
Für einen Moment wurde es still.
Nicht alle inneren Anteile verstanden sofort, warum dieser Tag so besonders war.
Manche freuten sich.
Manche beobachteten vorsichtig.
Manche brauchten einfach noch einen Augenblick.

Und das war in Ordnung.
Denn Liebe bedeutet nicht, dass alle gleichzeitig am selben Ort ankommen.
Manchmal bedeutet sie einfach, dass jemand geduldig wartet.

Ein Gedanke dazu

Ich glaube nicht, dass eine Beziehung trotz DIS gelingt.
Ich glaube, sie gelingt wie jede andere Beziehung auch:
Durch Vertrauen.
Durch Ehrlichkeit.
Durch Geduld.
Und durch Menschen, die bereit sind, einander immer wieder neu kennenzulernen.

Vielleicht ist genau das die schönste Form von Liebe.

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