Sonntag, 23. März 2025

Anfang

Erst mit Anfang 40 bekam ich die Diagnose: Multiple Persönlichkeitsstörung oder wie es neuerdings heißt: Dissoziative Identitätsstörung.

Die Diagnose hat mein Leben nicht gänzlich verändert, aber es hat eine neue Richtung bekommen. Ich verstehe die Zusammenhänge besser. Das Chaos hat einen Namen bekommen. Nur meinen eigenen kennt niemand. Niemand nimmt wahr, ob ich gerade anwesend bin oder nicht. Multiple Persönlichkeit? Plötzlich bin ich nur noch EINE von VIELEN. Nie durfte ein Wort darüber verloren werden, dass ich anders denke. Ich war immer einsam, aber nie wirklich allein. Denn ständig höre ich jemanden. Um der Einsamkeit zu entfliehen, nehme ich nun meinen ganzen Mut zusammen, um etwas von mir preis zugeben. Von mir und den anderen, von uns. Wie sollst du sonst erkennen, dass ich besonders bin? 

Heute bin ich 51 Jahre alt und lebe in Dortmund. Vielleicht können wir Betroffenen durch unsere Erfahrungen ein bisschen Mut machen. Und Angehörigen oder Interessierten die DIS ein bisschen verständlicher machen.

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