Montag, 24. März 2025

Switch oder Wechsel. Ein Erklärungsversuch

In unserem Buch (Ein Leben, viele Stimmen) beschreibe ich (Ilka) den Wechsel als Schluckauf. Als Gesamtpersönlichkeit würde ich es wie folgt beschreiben, weil jeder Wechsel unterschiedlich ist:

1. Das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren:

  • Manchmal habe ich das Gefühl, die Kontrolle über meinen Körper und meine Gedanken zu verlieren. Es ist, als ob jemand anderes die Steuerung übernimmt. Das ist dann meistens Mila.

  • Manchmal ist es so, als ob ich mir einen Film ansehe, im Kino

    sitzend, in der letzten Reihe und durch ein umgedrehtes Fernglas sehe. Ich spiele die Hauptrolle, aber ich selbst bin nur Zuschauer.

2. Gedächtnislücken und Verwirrung:

  • Nach einem Wechsel kommt es manchmal zu „Gedächtnislücken“, als ob ich mich nicht erinnern kann. Das kommt daher, dass ich das, was während des Wechsels passiert ist, gar nicht mitbekommen habe.

  • Das führt manchmal noch zur Verwirrung und Orientierungslosigkeit, da ich nicht weiß, wo ich bin oder was der andere Anteil gerade getan hat. (Doppelt gemoppelt)

3. Innere Stimmen und Dialoge:

  • Ich höre innere Stimmen oder höre, wie andere Anteile Dialoge miteinander führen.

Manchmal sind es Kinder, die etwas Lustiges erzählen und dabei lachen. Nur blöd, wenn ich gerade beim Chef sitze oder – noch schlimmer – in der Aussegnungshalle. 

4. Emotionale Veränderungen:

  • Manchmal wird ein Wechsel von starken emotionalen Veränderungen begleitet.

  • Ich fühle mich von einem Moment auf den anderen glücklich, traurig, wütend oder ängstlich.

  • Einige Anteile beschreiben das Gefühl, während eines Wechsels wie „wegzutreten“ oder sich von der Realität zu lösen. Es ist, als ob sie in einen anderen Zustand des Bewusstseins eintreten. Ich (Ilka) beschreibe es gerne als „von hinten annähernde Büffelherde“.

5. Trigger:

  • Bestimmte Situationen, Orte, Geräusche oder Gerüche können einen Wechsel auslösen.

  • Diese Trigger sind oft mit traumatischen Erfahrungen aus der Vergangenheit verbunden.


Gedanken:

  • Es ist wichtig, daran zu denken, dass jeder Mensch mit DIS seine eigenen, einzigartigen Erfahrungen hat.

  • Die Intensität und Häufigkeit der Wechsel können stark variieren. Bei mir ortsgebunden, tagesformabhängig und immer ungewiss.

  • Therapie und Unterstützung können helfen, Symptome zu bewältigen und ein besseres Verständnis für Erfahrungen zu entwickeln. Das dauert seine Zeit.

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