Schlaf ist keine Erholung
Was Menschen ohne DIS oft nicht wissen …
🛏️ Schlaf heißt nicht unbedingt Ruhe.
Und ja – so sollte es eigentlich sein.
Aber mit DIS ist das oft anders.
Ich wache in der Nacht immer wieder auf.
Albträume, Flashbacks oder diese schwer greifbare innere Unruhe holen mich aus dem Schlaf.
Von außen sieht es aus, als würde ich einfach schlafen. Aber innen ist oft jemand wach. Passt auf. Hört hin. Bleibt bereit.
Sicherheit geht vor – auch nachts.
Erholung ist harte Arbeit.
Geschichte zur Veranschaulichung
Ich wache auf. Schon wieder. Zum dritten Mal in dieser
Nacht. Mein Körper ist müde, so müde. Aber mein Kopf fühlt sich an, als hätte er gar nicht geschlafen.Für einen Moment weiß ich nicht, wo ich bin. Nur dieses Gefühl ist da – Unruhe. Wachsamkeit.
„Wir waren doch schlafen …“, murmele ich leise. Innen ist Bewegung.
Ich spüre, dass jemand Angst hatte. Und jemand anderes sofort da war, um aufzupassen.
Während ich schlief, war ein Teil von mir wach. Hat gelauscht. Hat aufgepasst. Hat dafür gesorgt, dass nichts passiert.
Ich drehe mich langsam auf die Seite. „Es ist okay“, flüstere ich nach innen. „Wir sind jetzt hier. Wir sind in Sicherheit.“
Es dauert ein bisschen, bis es ruhiger wird. Nicht still – aber ruhiger.
Der Schlaf kommt zurück. Ganz vorsichtig. Als würde er mich fragen, ob er bleiben darf.
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Wenn du das liest: Vielleicht verstehst du jetzt ein bisschen besser, warum Schlaf für mich nicht einfach Erholung ist – sondern etwas, das wir uns Nacht für Nacht gemeinsam erarbeiten.
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Dieser Beitrag gehört zur Reihe DIS-Einblicke und beschreibt meinen Alltag mit dissoziativer Identitätsstörung.
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