DIS-Einblicke 🧩-Teil 25
Kontrolle ist oft ein Schutzversuch
Ein kurzer Blick in meinen Alltag mit DIS. Beim Schreiben merke ich oft erst, wie es eigentlich ist.
Kontrolle entsteht oft aus Angst – nicht aus Misstrauen.
Viele Menschen mit DIS planen voraus, beobachten ihre Umgebung genau oder brauchen feste Abläufe. Nicht weil sie alles bestimmen wollen, sondern weil ihr Nervensystem gelernt hat, dass Unvorhergesehenes gefährlich sein kann.
Kontrolle ist oft der Versuch, sich sicher zu fühlen.
Wie es sich anfühlen kann
ANNE stand am Fenster und blickte hinaus.
„Was ist, wenn heute etwas passiert?“, fragte sie leise.
Kontrolle legte ihr einen Ordner auf den Schoß.
„Hier sind alle Pläne. Plan A bis Plan F. Ich habe an alles gedacht.“
ANNE atmete etwas ruhiger.
Hedda setzte sich dazu.
„Danke“, sagte sie zu Kontrolle. „Du hast uns oft beschützt.“
Kontrolle nickte.
„Aber heute müssen wir nicht alles wissen.“
Einen Moment lang blieb es still.
Dann schob Kontrolle den Ordner ein kleines Stück zur Seite.
Gerade weit genug, damit Hoffnung sich dazusetzen konnte..
Ein Gedanke dazu
Ich habe lange geglaubt, Kontrolle wäre eine Schwäche von mir. Heute sehe ich sie anders. Sie hat mich viele Jahre geschützt und dafür gesorgt, dass ich funktioniert habe.
Ich muss sie nicht bekämpfen.
Aber ich darf ihr zeigen, dass heute nicht mehr jede Situation gefährlich ist. Manchmal genügt es schon, wenn sie einen Schritt zur Seite rückt.
In meiner Küchenschublade zog am Sonntag die Kontrolle ein. Die Geschichte ist erfunden – das Gefühl dahinter nicht.
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