DIS-Einblicke 🧩-Teil 22
Therapie ist kein Wunderheilmittel
Beim Schreiben merke ich oft erst, wie es eigentlich ist.
Was Menschen ohne DIS oft nicht wissen…
💬 Therapie kann helfen – aber sie wirkt nicht wie ein Schalter.
Vertrauen wächst langsam. Manchmal fühlt sich ein Termin erleichternd an, manchmal anstrengend oder sogar triggernd.
Heilung braucht Zeit. Therapie ist ein Weg – kein Sprint.
Mini-Geschichte
Therapie ist kein Wunderheilmittel
Nach der Therapiestunde war ich erschöpft.
„War das heute überhaupt etwas wert?“, fragte ich mich.
Da meldete sich leise ein innerer Anteil: „Heute mussten wir nichts beweisen. Wir mussten nur da sein.“
Ich lächelte.
Vielleicht war genau das heute der wichtigste Schritt.
🧩 Ein Gedanke dazu
Von außen sieht Therapie oft aus wie ein Gespräch. Von innen kann sie sich anfühlen wie eine Bergwanderung – mit steilen Anstiegen, Pausen, Rückschritten und kleinen Gipfelmomenten.
Ich habe gelernt, dass Fortschritt nicht bedeutet, jede Woche eine große Erkenntnis zu haben. Manchmal besteht er darin, überhaupt hinzugehen. Manchmal darin, einen Satz auszusprechen, den ich vorher nie sagen konnte. Und manchmal darin, nach einer schweren Stunde gut für mich zu sorgen.
Therapie hat mein Leben nicht über Nacht verändert. Aber sie hat mir geholfen, mich selbst immer besser zu verstehen und mit mehr Mitgefühl auf mich zu schauen.
Für mich ist Therapie keine Wunderheilung.
Sie ist ein Ort, an dem Veränderung wachsen darf – Schritt für Schritt.
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Dieser Beitrag gehört zur Reihe DIS-Einblicke und beschreibt meinen Alltag mit dissoziativer Identitätsstörung.
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