Innere Kommunikation braucht Zeit
DIS-Einblicke
Ein kurzer Blick in meinen Alltag mit DIS. Beim Schreiben merke ich oft erst, wie es eigentlich ist.
Was Menschen ohne DIS oft nicht wissen…
💬 Innere Kommunikation ist nicht einfach da – sie muss oft erst entstehen.
Einen Gedanken zu haben und zu wissen: Das bin ich.
Innen gibt es unterschiedliche Stimmen, Gefühle und Wahrnehmungen.
Andere nur in Bildern, Körpergefühlen oder einzelnen Worten.
Und manche bleiben lange still.
Nicht alle Anteile hören einander.
Nicht alle verstehen dieselbe Sprache.
Innere Kommunikation braucht deshalb oft vor allem eines: Geduld.
Wie es sich anfühlen kann
Auf der Seite steht nur ein einziges Wort:
Keine Erklärung. Keine Erinnerung daran, wer es geschrieben hat.
Ich schaue das Wort eine Weile an.
Spüre die Unruhe dahinter, ohne sie ganz greifen zu können.
Früher hätte ich versucht, die Kontrolle zurückzubekommen.
Heute nehme ich den Stift
und schreibe vorsichtig darunter:
Unter meiner Frage stehen drei neue Worte:
Nicht allein sein.
Und obwohl ich noch nicht alles verstehe,
fühlt sich etwas innen ein kleines bisschen weniger allein an.
Ein Gedanke dazu
Wenn innere Kommunikation Zeit braucht, dann nicht, weil niemand zuhört – sondern weil Vertrauen innen oft langsam wachsen muss.
🧩
Dieser Beitrag gehört zur Reihe DIS-Einblicke und beschreibt meinen Alltag mit dissoziativer Identitätsstörung.
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