Mittwoch, 6. Mai 2026

Alltag ist oft Training 🧩-Teil 14

DIS-Einblicke

Was Menschen ohne DIS oft nicht wissen…

🧠 Alltag ist kein Selbstläufer – sondern innere Abstimmung.

Vielleicht stehst du morgens einfach auf
und gehst durch deinen Tag, ohne viel darüber nachzudenken.
Bei mir ist das oft anders.

Schon kleine Dinge brauchen Abstimmung:


Wer steht auf?
Wer geht duschen?
Wer verlässt das Haus?
Das passiert nicht automatisch.
Es ist eher wie ein inneres Üben.
Wiederholen. Anpassen. Neu versuchen.

Struktur hilft mir – und kostet gleichzeitig Kraft.


Wie es sich anfühlen kann

Ich hänge einen Ablaufplan an den Schrank.

Nicht schön gestaltet. Einfach klar. Schritt für Schritt.

  1. Aufstehen.
  2. Duschen.
  3. Anziehen.
  4. Frühstück.

„Wir probieren es so“, schreibe ich dazu.

Innen regt sich etwas. Zögernd. Prüfend.
Ein Teil nimmt einen Stift
und malt ein kleines Smiley daneben.

Ich muss kurz lächeln.

Am nächsten Morgen schaue ich auf den Plan.

Gehe Schritt für Schritt durch. Nicht alles fühlt sich leicht an, aber es funktioniert.

Heute klappt es. Und ich weiß gleichzeitig:

Morgen ist kein Selbstläufer. Sondern ein neuer Versuch.

Ein Gedanke dazu:

Wenn mein Alltag strukturiert wirkt, dann ist das kein Automatismus – sondern etwas, das ich mir immer wieder neu erarbeite.

🧩

Dieser Beitrag gehört zur Reihe DIS-Einblicke und beschreibt meinen Alltag mit dissoziativer Identitätsstörung.



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